#HOWDOWEHÄNDELTHIS

#HOWDOWEHÄNDELTHIS – Bach und Händel im Dialog

Ein Konzert des Tonkollektiv HTW Chor in Kooperation mit dem Kammerchor Bethanien

Es stehen immer drei Fragen im Konzertraum, wenn Chor und Orchester das Werk eines Komponisten oder einer Komponistin aufführen.
Die eine ist: Was hat sich der oder die dabei gedacht?
Die zweite: Was haben sich Chor und Orchester eigentlich dabei gedacht?
Die dritte und schwierigste ist: HOW DO WE HÄNDEL THIS?

Was sich der 21-jährige Händel bei der Vertonung des DIXIT DOMINUS im Jahr 1707 in Rom gedacht hat, weiß zum Glück niemand. Die einen meinen, es sei ganz einfach ein Auftragswerk eines Kardinals, der auf venezianische Psalmvertonungen stand. Die Meinung der anderen grenzt an Verschwörungstheorie.
Was sicher ist: G. F. Händel war mit 21 Jahren ein gefragter Komponist und schrieb Literatur, die einen Chor auch 2018 nicht bloß zum Nachdenken bringt. Vielmehr noch provoziert sie musikalische Erfahrung, die auch im DIXIT DOMINUS zeigt: Händel ist wie Bach, nur dichter. Ebenso verdichtet sind die theologisch komplexen Chorpassagen wie:

„Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich hinlegen werde deine Feinde als Schemel deiner Füße.” (Dixit Dominus Domino meo, sede a dextris meis, donec ponam inimicos tuos scabellum pedum tuorum.)
oder:
„Er wird richten unter den Nationen; anhäufen wird er Tote. Zerschmettern wird er die Häupter im Land vieler.” (Judicabit in nationibus implebit ruinas. Conquassabit capita in terra multorum.)

All das in mindestens so komplexe Sechzehntel verkettet, dass einem kaum Zeit bleibt, das gesungene Wort zum Gedanken zu machen. Was jedoch wichtig zu erhören bleibt, ist der musikalische Umgang mit diesem alttestamentarischen Textkoloss.
Hörtipp: Man bekommt im zitierten „conquassabit” den vernichtenden Gott des Alten Testaments plastisch vor Augen geführt.

Also: HOW DO WE HÄNDEL THIS?
Indem wir das Publikum mit in die eigentlich düstere, jedoch bei Händel barock beschwingte Welt des Alten Testaments nehmen und Faszination darüber eintreten lassen, was nur Händels Hände vermochten: Nicht die Frage nach dem „Wer sprach zu wem?” in den Vordergrund zu rücken, sondern vielmehr: Wer beschert uns hier eigentlich dieses tolle Konzerterlebnis unter Psalmen? Und das mitten im November.


Gespielt werden:
Dixit Dominus von G. F. Händel (HWV 232) Chor u. Orchester
Konzert für 2 Violinen D-Moll von J. S. Bach (BWV 1043) Solo-Violinen u. Orchester
Brandenburgisches Konzert No. 3 von J. S. Bach (BWV 1048) Orchester
Musikalische Leitung Norbert Ochmann, Simon Scriba, Jake Walsh
Organsiation & Einstudierung Richard Weidenweg

Termin
Sonntag, 18. November 2018 um 18 Uhr
Samariterkirche Friedrichshain, Samariterstraße 27, 10247 Berlin
Eintritt: 15 € / 7 € (erm.)
Reservierung unter: ticketservice@tonkollektiv-htw.de